Coworking, Corona und digitales Barcamp #bcna20digtal

Blogbeitrag von unserer Coworkerin "Thien Trang Nguyen":

Der März 2020 lässt sich im Wesentlichen mit 3 Worten beschreiben:

  • COWORKING

  • CORONA

  • DIGITALES BARCAMP

Ein bewegender Monat ist nun vorbei und in den letzten 31 Tagen ist doch recht viel passiert.

COWORKING UND CORONA

Vorab das Positive:

Ich durfte Teil einer unglaublich herzlichen und heterogenen Community werden. Schon am 1. Tag wurde ich freundlich in die Mitte aufgenommen und meine netten Coworker haben mir auch gleich gezeigt, wie „der Hase hier läuft“ und was sie machen. Hier gibt es neben professionellen Übersetzungsdienstleistungen und Haushaltshilfe für Senioren auch noch auditive Botschaften und vieles mehr. Man arbeitet hier nicht nur nebeneinander, sondern vor allem miteinander. Sigrid zeigte mir zum Beispiel, wie ich einen leckeren Kaffee selbst kochen kann, während mir Sumara und Sandra sich meine Sorgen anhörten. Konrad hat mir ein bisschen was über Südostasien erzählt, während ich mit Alex über den aktuellen Stand der Pflege und Senioren in Deutschland philosophiert habe. Ich fühle mich jedenfalls gut ausgehoben und bin froh, ein Teil der weXelwirken Community zu sein. 

Corona

Zum ersten Mal merkt man, wie ein Ereignis alle Menschen in nahem und fernem Umfeld doch so unterschiedlich stark beeinflussen kann. Die einen feiern Coronapartys und tanzen zu dem Song „It´s corona time“, während die anderen sich für den nächsten Weltkrieg rüsten, 10 Packungen Klopapier, 40 kG Mehl, 10 Packungen Nudeln und einen Jahresvorrat an Seife und Desinfektionsmittel unter den Nagel gerissen haben und sich nun komplett zu Hause verbarrikadieren.

Dann gibt es noch die vernünftigen Menschen, die sich vorsichtig, aber nicht komplett hysterisch verhalten. Im coworking space kommt man normal arbeiten, nur umarmt man sich nicht, sondern begrüßt sich mit dem Spezialgruß, indem man mit beiden Armen ein X bildet. Das coworking space in Reutlingen hat einen netten Desinfektionsmittelspender und ich habe noch eine Packung Desinfektionstücher „für alle Fälle“ gespendet. Hier herrscht also noch so etwas wie Normalität. Natürlich sind derzeit viele auch in Sorge, da durch die auferlegte Kontaktsperre, die Schließungen von Schulen, Kitas und einigen Firmen sowie den Wegfall von Aufträgen durch abgesagte Events, auch die eigene Existenz gefährdet ist.

Der Bund und die Länder versprechen schnelle Corona Soforthilfe, aber wie schnell diese bei den jeweiligen Selbständigen und Kleinunternehmern ankommt, muss sich erst noch zeigen.

DIGITALES BARCAMP

Obwohl ich mich weder mit dem Format, noch mit der Software auskannte, habe ich mich als Barcamp Neuling freiwillig für die Moderation gemeldet. Ich wusste natürlich nicht was auf mich zukommt, aber ich wusste, dass ich bewanderte Spezialisten an meiner Seite hatte.

Erik, Johannes und Christopher nahmen mir schnell die Angst und hatten alles bereits bestens vorbereitet! Als Moderator sollte ich schauen, dass die Sessions zivilisiert ablaufen und die Zeitvorgaben einhalten. Klingt doch easy oder?

Zum Glück konnte ich mich 2 Tage in Circuit einarbeiten. Man denkt ja immer Technik sei so easy für junge Menschen, aber nicht alle Programme sind gleich. Nachdem ich bspw. Selber verzweifelt den Chat gesucht und die Option, meinen Namen so anzupassen, dass ich als *Moderator* erscheine, fühlte ich mich bereit für das Event und freute mich auch schon darauf, amateurhaften Techniksupport zu leisten.

Der Tag der Wahrheit kam und zwischenzeitlich waren sogar mehr als 50 Leute gleichzeitig beim digitalen Barcamp mit dabei. Wie auf beim Coworking hatten wir wieder eine bunte Truppe: da gab es z. B. Kommunikationsspezialisten, IT Profis, Webdesigner und Coworking Betreiber. Während Christopher noch zu Beginn die Einleitung übernahm und den Ablauf des Samstags erklärte, war im Techniksupport schon einiges los – von Problemen mit Ton und Video bis hin zu verschwundenen Räumen. In der Zwischenzeit sammelten sich die ersten Sessionideen, so dass wir am Ende sogar kurzerhand die Kaffeebar zum 4. Raum erklären mussten. Insgesamt kamen wir auf unglaubliche 14 Sessions!

Als dann auch diese Probleme behoben worden sind, ging es gleich los mit meiner 1. Session als Barcamp Noob (=>Newbie) und Moderator. Sigrid stellte uns mit ihrer Session zu Sprache und Kommunikation die Frage, ob man für Sprachen denn auch Talent benötigen würde. Es wurde auch thematisiert, wie man Kommunikationsbarrieren überwinden kann und auf regionale Unterschiede in der Wahrnehmung der Kommunikation eingegangen.

In der 2. Session sensibilisierte uns Alex für Cyber Security in der Produktion. Anschaulich mit PowerPoint Folien, ging er auf den Unterschied zwischen safety vs security ein, warnte vor einem Befall veralteter Systeme (teilweise mit Windows 98 und älter) und stellte uns vor, wie einige Unternehmen dieses Problem im Griff bekommen möchten.

Session 3 war wieder eine offene Diskussionsrunde. Martin schilderte uns seine Problematik und fragte in die Runde, wie es bei den Sessionteilnehmern rund um das Thema Wissensmanagement und Dokumentation – Tools und Prozesse denn so stünde. Man hörte von vielen DIY Lösungen und clevere Ansätze, wie man das Wissen und die Kollegen besser strukturieren könnte.

Abgerundet wurde das ganze digitale Barcamp dann noch mit der letzten Session zu Best practices virtual Barcamps, welches von Oliver geleitet wurde. Es gab viele Ideen zu Apps, die besser oder schlechter als circuit seien, aber am Ende waren wir uns alle einig, dass das ganze Event sehr gelungen war! In kürzester Zeit hat das Orga-Team Unglaubliches geleistet und die Teilnehmer in den Sessions waren sehr aktiv und haben viel gefragt und ihre (Praxis-)Erfahrungen mit einfließen lassen.

Insgesamt war das digitale Barcamp ein voller Erfolg!

Einen herzlichen Dank noch einmal an das gesamte Orga-Team sowie allen Teilnehmer/innen, die das Ganze so erst möglich gemacht haben!

 

 

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